Richtige Rudertechnik: Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

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Die richtige Rudertechnik: Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Die richtige Rudertechnik ist die Grundlage, um ein Rudergerät sicherer, kontrollierter und effizienter zu nutzen. Viele Menschen denken beim ersten Training, dass es ausreicht, kräftig am Griff zu ziehen, doch die Ruderbewegung ist ein koordinierter Ablauf, bei dem Beine, Oberkörper und Arme in einer präzisen Reihenfolge zusammenarbeiten. Wird diese Reihenfolge eingehalten, wird die Bewegung flüssiger und das Training deutlich effektiver.

Viele Beschwerden entstehen durch kleine, sich wiederholende Fehler: verspannte Schultern, ein runder Rücken, zu frühes Ziehen mit den Armen oder ein unregelmäßiger Rhythmus. Das bedeutet nicht, dass das Rudergerät schwer zu benutzen ist, sondern dass man die Bewegung zuerst verstehen sollte, bevor Intensität und Trainingsdauer erhöht werden. Zu lernen, wie man richtig rudert, schafft Vertrauen – besonders bei Anfängern oder Menschen, die Angst haben, das Gerät falsch zu benutzen.

Die richtige Rudersequenz

Beinschub, Oberkörperöffnung und abschließender Zug

Die Ruderbewegung beginnt in der Startposition mit gebeugten Knien, leicht nach vorne geneigtem Oberkörper und ausgestreckten Armen. Die erste Bewegung sollte nicht aus den Armen kommen, sondern aus dem Beinschub. Die Beine sind der Hauptmotor der Bewegung: Sie drücken gegen die Fußstützen, bewegen den Sitz und bilden die Grundlage des gesamten Ruderschlags. Erst wenn die Beine fast gestreckt sind, öffnet sich der Oberkörper leicht nach hinten, während die Haltung stabil und kontrolliert bleibt. Erst danach ziehen die Arme den Griff in Richtung untere Brust oder oberer Bauchbereich – ohne ruckartige Bewegungen.

Eine gute Möglichkeit, sich die Reihenfolge einzuprägen, ist die Aufteilung in drei Phasen: Beine, Oberkörper, Arme. Dieses Muster verhindert eine Überlastung des Oberkörpers und macht die Rudertechnik natürlicher. Die Kraft sollte nicht explosiv und chaotisch sein, sondern gleichmäßig aufgebaut werden, sodass jede Phase die nächste vorbereitet. Wenn die Bewegung koordiniert ist, wirkt der Ruderschlag flüssig, ruhig und kontrolliert – ohne harte Stöße oder unnötige Spannung in den Schultern.

Die Rückholphase: der oft unterschätzte Teil der Bewegung

Nach dem abschließenden Zug beginnt die Rückholphase zurück zur Ausgangsposition. Dabei kehrt sich die Reihenfolge um: Zuerst werden die Arme gestreckt, dann neigt sich der Oberkörper leicht nach vorne und erst zuletzt beugen sich die Knie, damit der Sitz wieder nach vorne gleiten kann. Dieser Übergang ist wichtig, weil er den nächsten Ruderschlag vorbereitet. Werden die Knie zu früh gebeugt, kann der Griff gegen die Beine stoßen und die Bewegung verliert ihren Rhythmus.

Die Rückholphase sollte nicht als ungeordnete Pause verstanden werden, sondern als aktive und kontrollierte Bewegung. Eine etwas langsamere Rückkehr im Vergleich zur Zugphase hilft dabei, Rhythmus und Stabilität zu entwickeln. Für Anfänger ist es oft sinnvoller, sich auf diese Phase zu konzentrieren, anstatt sofort den Widerstand zu erhöhen. Eine korrekte Körperhaltung beim Rudern beginnt genau hier: kontrolliert nach vorne zurückkehren, ohne den Rücken einfallen zu lassen oder die Kontrolle über den Griff zu verlieren.

Körperhaltung und Kontrolle auf dem Rudergerät

Stabiler Rücken, entspannte Schultern und natürlicher Griff

Der Rücken sollte während der gesamten Bewegung stabil bleiben. Sowohl ein zu starkes Rundwerden nach vorne als auch ein übermäßiges Hohlkreuz nach hinten sollten vermieden werden. Dabei geht es nicht darum, den Körper zu versteifen: Ziel ist ein kompakter Oberkörper mit aktiver Körpermitte und entspannten Schultern. Eine zu starre Haltung kann Spannungen verursachen, während eine zu lockere Haltung schnell zu Fehlstellungen führt. Das richtige Gefühl ist Kontrolle ohne unnötige Verkrampfung.

Auch der Griff sollte natürlich bleiben, ohne den Griff zu fest zu umklammern. Hände, Handgelenke und Unterarme sollten möglichst in einer Linie bleiben. Treten beim Rudern starke Spannungen im Nacken oder in den Schultern auf, liegt das Problem häufig nicht an der Kraft, sondern an deren Verteilung. Weniger Widerstand, ein ruhigeres Tempo und die Rückkehr zur Grundbewegung helfen oft dabei, wieder einen angenehmen und korrekten Ruderschlag zu finden.

Füße, Sitzposition und Abstand zum Griff

Die Füße sollten stabil auf den Fußstützen stehen und mit den Gurten sicher befestigt werden, ohne die Sprunggelenke zu sehr einzuschränken. Eine zu hohe oder zu niedrige Einstellung kann die Bewegungsbahn verändern und den Beinschub unnatürlich machen. Auch die Sitzposition ist wichtig: Der Körper sollte mittig sitzen, das Gewicht gleichmäßig verteilt sein und seitliche Bewegungen während des Schubs vermeiden.

Der Abstand zwischen Körper und Griff verändert sich während des Ruderschlags, die Kontrolle sollte jedoch konstant bleiben. In der Startposition ist es nicht nötig, sich extrem weit nach vorne zu strecken oder den Oberkörper stark einzurollen. In der Endposition sollte man wiederum vermeiden, sich zu weit nach hinten zu lehnen oder die Bewegung wie eine Rückenübung auszuführen. Das Rudergerät funktioniert am besten, wenn der Körper einer klaren und kontrollierten Bewegungsbahn folgt.

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